Besser im Team zusammenarbeiten

Ein Team besteht aus ganz verschiedenen Menschen. Dass es da immer wieder Missverständnisse und Irritationen gibt, ist im Grunde vollkommen logisch. Denn jeder Mensch hat sein eigenes Päckchen zu tragen.

Wie kann das aber trotzdem gut oder zumindest besser als bisher funktionieren in deinem Team?

Drei Tipps für bessere Zusammenarbeit als Titel für den Blogartikel zu klarer Kommunikation und ein Bild der Kommunikationstrainerin Sandra Richter

1) Lerne dich selbst besser kennen.

Schau einmal in dich hinein, ob du tatsächlich völlig unbelastet mit deinen Teamleuten interagierst. Der eine Kollege triggert dich vielleicht ganz unbewusst, weil er dich an deinen Onkel erinnert, der dich in der Kindheit immer geärgert hat. Die Kollegin, die dir gegenüber sitzt, nervt dich vielleicht, weil ihre Stimmlage klingt wie die deiner Deutschlehrerin, die dir damals eine 5 reingeknallt hat, weil du angeblich gespickt hast. Und vielleicht bist du auch voller Selbstweifel und es ist ziemlich leicht, dich auf die Palme zu bringen? Wenn du dich in deinem Team nicht wohlfühlst, hat das meistens sehr viel mit dir selbst zu tun. 

2) Überdenke deine Haltung.

Klingt hart, ich weiß. Aber ich kann aus eigener Erfahrung und aus vielen Coachings und Workshops sagen, dass es stimmt. 

Wenn du immer davon ausgehst, dass dein Gegenüber dir im Allgemeinen nicht absichtlich auf den Keks geht, kannst du in Konfliktsituationen viel entspannter kommunizieren. Wenn du zwar mit dir selbst zufrieden bist (s. Punkt 1), dann weißt du ja noch immer nicht, was dein Gegenüber für Erfahrungen gemacht hat. Also nimm seine/ihre Aussagen erst einmal lieber nicht persönlich. 

Mir hilft: Tief durchatmen und der Satz: Ich bin okay. Du bist okay.
(Ist auch ein Buchtitel. Lies das Büchlein – das ist wirklich erhellend.)  

Probiere es mal aus, wenn du demnächst in eine Situation gerätst, die dir nicht gefällt. 

3) Wenn du kommunizierst, gib mehr Kontext mit.

Wir denken leider viel zu oft, dass unserem Gegenüber doch klar ist, worum es uns geht. Aber Pustekuchen. Die Leute haben keinen blassen Schimmer. Es sein denn, wir sagen es ihnen.

Ja, richtig gelesen. Du darfst deinem Gegenüber sagen, was du fühlst und brauchst. Aus meiner Erfahrung heraus erhöhst du so die Chance auf ein besseres Miteinander enorm.

Ich empfehle an dieser Stelle, dass du dich mal mit den vier Schritten der gewaltfreie Kommunikation vertraut machst. 

Schritt 1: Teile deine Beobachtung ganz ohne Wertung
Schritt 2: Was fühlst du in der betreffenden Situation? Sag das.
Schritt 3: Was ist dein Bedürfnis? Was brauchst du? Sag auch das.
Schritt 4: Formuliere eine (machbare) Bitte. Was soll dein Gegenüber zukünftig tun?

Dazu lies gern meinen ausführlichen Blogartikel, denn ich finde das Konzept absolut schlüssig und hilfreich, auch wenn es mir natürlich nicht immer gelingt, es anzuwenden. Ich bin ja auch nur ein Mensch. 😉

Ich bin o.k. – Du bist o.k.: Wie wir uns selbst besser verstehen und unsere Einstellung zu anderen verändern können. Eine Einführung in die Transaktionsanalyse von Thomas A. Harris

Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens von Marshall B. Rosenberg

Ich bin Sandra. Als Kommunikationstrainerin und Rhetorikcoach unterstütze ich Teams aus Verwaltungen und Bildungseinrichtungen, offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren und so besser und freudvoller zusammenzuarbeiten. So klappt das mit der Mitarbeiterbindung und den Ergebnissen.

In deinem Team wird entweder geschwiegen oder immer nur hinterm Rücken gemeckert, aber nichts geht voran? Lass uns das gemeinsam ändern, denn so wie es jetzt ist, nervt es alle Beteiligten.

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